5. Eifelpokal 

Sonnenschein, ein Morgen mit gerade einmal sechs Grad über Null, kaum Wind – die Voraussetzungen für den 5. Eifelpokal im Forstbezirk Zweifall des Regionallforstamtes Rureifel – Jülicher Börde, vormalig Forstamt Hürtgenwald,  konnten kaum besser sein. Sechs Gespanne hatten sich zu der schon traditionellen Prüfung gemeldet, die erstmalig vom LV Rheinland und der Gruppe Aachen Dreiländereck im Deutschen Teckelklub e. V. ausgerichtet und durchgeführt wurde. Zwei Hundeführer hatten wegen Zeitmangel bzw. wegen einer Verletzung kurzfristig absagen müssen. Die ersten Teilnehmer – von denen vier aus quer durch die ganze Republik kamen sowie ein Niederländer und ein Belgier – reisten bereits am Freitagabend an und bezogen ihre Zimmer im Hotel Altes Jägerhaus in Mulartshütte. Zum Teil kannte man sich bereits von anderen Prüfungen her, entsprechend ungezwungen und lustig ging es her. Ehrensache, dass auch die wenigen „Unbekannten“ schnell integriert wurden. Samstag, 9 Uhr, wurde es dann ernst. Treff im Revier – das freundlicherweise von dem Staatswalddezernenten des Forstamtes, Forstdirektor Robert  J., dazu freigegeben worden war, wofür ihm an dieser Stelle noch einmal herzlicher Dank gesagt sei. 

Traditionell erklangen zunächst die Hörner des Bläserkorps Hohes Venn–Roetgen, unter Leitung von Jens S., bevor die 1. Vorsitzende der Gruppe, Ute Quassowski, die Teilnehmer sowie das Richtergremium – Martin Zander, 2. Vorsitzender des DTK sowie Bundesobmann für Gebrauch, Manfred S. vom LV  Westfalen und Xavier van den E., Präsident des belgischen Teckelklubs, begrüsste. Besonders begrüsst wurde Waltraud K. aus Bayern, die bereits zum vierten Male am Eifelpokal teilnahm – und das mit sage und schreibe 80 Jahren. Sodann wurde das Wort an den Prüfungsleiter Walter K. übergeben, der nochmals kurz den Ablauf der zweitägigen Prüfung erläuterte. Der Eifelpokal teilt sich wie folgt auf : 

1. Schweisprüfung ohne Richterbegleitung des LV Rheinland am ersten Tag auf einer mit einem Viertelliter Rotwildschweiss getupften Fährte, die über Nacht 20 Stunden gestanden hat. Das Gespann muss maximal anderthalb Stunden zum Stück finden, dabei mindestens zwei von fünf Verweisern finden und mitbringen.

 
 2.    Am nächsten Tag findet die Waldsuche statt, die mit den Gehorsamsfächern Pirschen, Ablegen und Schussruhe sowie Benehmen auf dem Stand beginnt. Danach sind wieder die jägerischen Fähigkeiten des Hundes gefragt. Er muss in Waldbeständen mit dichtem Unterwuchs selbstständig Wild suchen, finden und herausbringen. Während dieser Suche soll er immer wieder Kontakt zum Hundeführer halten. Bereits am ersten Tag gab es enttäuschte Gesichter. Nur drei Gespanne fanden in der geforderten Zeit zum Stück. Allerdings hatte ein Führer keinen einzigen Verweiser mitgebracht, wodurch nur zwei Gespanne in die Preise kamen: Waltraud Kleine mit 4 Verweiser in 36 Minuten, sowie Henning K. mit 2 Verweiser in 80 Minuten.  

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 Beste Schweißarbeit

"Droll aus Mosbacher Rauhhaar"

Waltraut Kleine

                                                                                                                                                                                                                             

                                                                                                                                                                                              v. l. n. r. W. Kleine, M. Zander, B. Scheins, J. Sander

Beim grünen Abend mit den Klängen des  Bläserkorps und einem guten Essen, nach dem man noch einmal den Tag Revue passieren liess, klang im Hotel der erste Tag des 5. Eifelpokals aus. Im Laufe des Abends erhielt Waltraud K. für die beste Schweissarbeit von Martin Zander einen Ehrenteller, und Zander zog ein erste Fazit des Tages. Schwierig sei nicht der Verlauf der Fährten gewesen, die  in Anwesenheit der Richter getupft worden waren, sondern die Verleitungen des Hundes durch Wildfährten. Aber entscheidender sei noch gewesen, dass das Suchengespann bei dieser Art der Schweissprüfung wie bei der normalen Jagd völlig auf sich alleine gestellt sei. Wer sich dabei Bestätigungen der Fährte wie zum Beispiel Wundbetten, Schweiss oder Verweiser nicht markiert, der kann nicht zurückgreifen, falls der Hund die Fährte verloren hat. Das stelle, so Zander, für ihn die ganz besondere Herausforderung dieser Prüfung dar. Denn bei der herkömmlichen Art der Schweissprüfung habe man  zumindest zweimal die Chance, von den nachfolgenden Richtern wieder auf den Fährtenverlauf eingewiesen zu werden.  

Sonntag, 8 Uhr, nach einem guten Frühstück bei gleich gutem Wetter dann die nächste Herausforderung für die Gespanne. Und bereits nach dem ersten Teil der Waldsuche, dem Gehorsam, lange Gesichter bei dreien der Gespanne und den Richtern: Während des Ablegens wurde entweder der Platz verlassen oder Laut gegeben. Die verbliebenen drei Gespanne hofften nun, die Suche erfolgreich zu absolvieren. Und in der Tat zeigten sie sehr gute Arbeiten. Die beste lieferte Elfi la Meute d'Artemis mit 100 Punkte, 1. Preis ab. Dafür erhielt der Führer Etienne Brassine von Martin Zander ebenfalls einen Ehrenteller.

Zweiter wurde Droll aus Mosbacher Rauhhaar mit ebenfalls 100 Punkte, 1. Preis. Dritter war Sunna von der Lesum mit 92 Punkte, 1. Preis.

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 Beste Waldsuche

 "Elfi la Meute D'Artemis"

Etienne B.

 Zanders Resümee zur Suche: Schwierig sei nicht das Finden und Herausbringen des Wildes gewesen, sondern das Zurückkommen des Hundes innerhalb der 30 Minuten zum Führer nach Abbruch der Arbeit (keine erkennbar zielgerichtete Suche mehr mit Laut.

 Für die Wertung des Eifelpokales kamen am Ende des zweiten Tages nur noch Waltraud Kleine mit insgesamt 188 Punkten und Henning K. mit 160 Punkten in Frage, die an beiden Tagen in die Preise gekommen waren.

Und es war Waltraud Kleine, die stolz den Eifelpokal von Martin Zander entgegen nahm. Nicht zum ersten Mal übrigens: Viermal hat sie am Eifelpokal teilgenommen, viermal hatte sie den besten Schweisshund, und dreimal ist sie Gesamtsiegerin geworden. Und das – wie gesagt – mit 80 Jahren.

Wie auch die Jahre zuvor, waren auch diesmal nur wenige Gespanne gekommen. Was von Martin Zander sehr bedauert wurde. Schließlich könne man auf dieser Prüfung bestens die jagdlichen Allroundtalente des Teckels in einem Hochwildrevier unter Beweis stellen. Gute Schweissarbeit und Stöbern erfolgreich unter einen Hut zu bringen, so Zander, das sei schon eine echte Herausforderung.

Trotz des Ergebnisses waren die Teilnehmer sich einig, an einer ganz besonderen Prüfung teilgenommen zu haben.   

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v.l.n.r.

W. K., M. S., Kees V., H. Küper, E. B., C. G., X. van den E., R. L., M. Z., H. Kr.

So war man voll des Lobes über das anspruchsvolle Revier, den gesamten Ablauf der Prüfung – und die gute Verpflegung durch die Gruppe Aachen Dreiländereck. Und der ein oder andere kündigte bereits im Vorfeld an, beim 6. Eifelpokal 2009 wieder dabei zu sein.  
 
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